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a Vela - das Kunstmagazin
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01.08.2005
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Über den künstlerischen Nutzen von Licht
Bei der Gestaltung von öffentlichen Räumen spielt Licht eine besondere und ausschlaggebende Rolle. Professor Dr. Christoph Brockhaus sammelte in seinem ausgiebig bebilderten Band einzelne Beiträge und Aufsätze zum Thema Licht. In ihnen werden die mannigfaltigen Gestaltungs- möglichkeiten des Umgangs mit Licht verdeutlicht.
Von Claudia Haevernick
Licht hat für den Menschen seit jeher eine ganz besondere Bedeutung. Um diese Thematik geht es im ersten Beitrag des Bandes "Stadtlicht – Lichtkunst" von Ulrich Hatzfeld. Licht scheint jeder Situation einen eigenen Charakter geben zu können. Es kann Intimität, Feierlichkeit, eine gemütliche Atmosphäre, aber genauso auch Angst, Kälte und Unwohlsein vermitteln. Licht bestimmt den Rhythmus unseres Lebens und nimmt direkten Einfluss auf den Körper und die Psyche.
Rainer Guski führt diesen Gedankengang noch weiter aus, indem er die Funktion des Sehens für das Verhalten von Menschen noch weiter analysiert. Die grundlegende Funktion, so Guski, sei das Sammeln von Informationen, wie Beschaffenheiten der direkten Umgebung oder das Erkennen und Einschätzen des Gegenübers. Daraus wird deutlich ersichtlich, dass sich der Mensch grundsätzlich lieber dort aufhält, wo nachts ausreichend Licht vorhanden ist, um all diese Funktionen des Sehens ausüben zu können. Damit können potentielle Bedrohungen und Unvorhergesehenes schneller und sicherer erkannt werden.
All diesen Bedürfnissen muss die Stadt architektonisch gerecht werden. Genau hier setzt das Buch an. Das Einsetzen von gezieltem Licht wird immer noch zu wenig genutzt und dessen Wirkung weit unterschätzt. Gerade die öffentlichen Gebäude, deren Entstehung aus den Kassen der Städte und Kommunen finanziert werden, glänzen selten mit innovativem und durchdachtem Lichtdesign.
Um auf diesen Zustand aufmerksam zu machen und sich voll und ganz für die Entdeckung des Lichtes zur Gestaltung der Städte einzusetzen, verfasste Professor Dr. Ganser ein Plädoyer. Dieses umreißt in zehn Punkten, was für die Weiterentwicklung der Lichtarchitektur von Nöten ist. Darunter nennt er zum Beispiel die vermehrte Einbeziehung des natürlichen Lichtes in Parks und öffentlichen Plätzen oder die Schaffung einer koordinierten Lichtsteuerung und Planung.
Licht, Stadtlicht und Lichtkunst haben unzählige Facetten, welche es verbieten, eine pauschale Aussage oder Definition zu treffen. Doch darin liegen auch zugleich die ungeahnten und vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten zum Leben und vor allem zum Erleben mit bzw. von Licht.
Der Band "Stadtlicht-Lichtkuns"t ist entsprechend vielfältig gestaltet. Christoph Brockhaus vereint in seinem Buch die unterschiedlichsten Beiträge zu diesem Thema, von der physiologischen Seite des Sehens über die kulturellen Eigenschaften und Vorlieben der Menschen bis hin zu einem Aufsatz über die historische Entwicklung des "Stadtlichts".
Natürlich kommt auch die künstlerische Seite nicht zu kurz. In einem aufschlussreichen Bericht schildert Michael Schwarz die Entwicklung der Lichtkunst im öffentlichen Raum. Auch der Bereich der Technik der Lichtkunst mit all seinen Möglichkeiten wird umfassend erläutert.
Im zweiten Teil des Bandes werden jeweils stellvertretende Kunstwerke gezeigt und ihre dazugehörigen Hintergründe beschrieben, zum Beispiel die Objektkunst und Lichtinstallationen von Christian Boltanski und Jessica Stockholder. Somit wird der erste, vielleicht etwas zu theoretische Teil des Buches geschickt durch die andere Hälfte ergänzt, in der sehr genau und anschaulich auf die einzelnen, künstlerischen Werke eingegangen wird. Begleitet werden die Texte durch zahlreiche, hochwertige Bilder, die das Geschriebene veranschaulichen.
Stadtlicht-Lichtkunst ist ein sehr ästhetisch gestalteter Bildband, der sowohl inhaltlich als auch durch seine hervorragende Aufmachung heraus sticht. Die dazugehörige Ausstellung hatte sich zum Ziel gesetzt, "mehr Bewusstsein für die städtische Umwelt zu schaffen". Das Buch schafft dies allemal und lässt uns "Licht" noch einmal mit ganz anderen Augen betrachten.
"Stadtlicht-Lichtkunst", Christoph Brockhaus (Hrsg.), Wienand (2005).
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