|
|
 |
 |
|
"Bilder des Untergangs" - Blog von Boris Hänßler
|
|
 |
 |
 |
 |
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
 |
"Leichenraub" von Tess Gerritsen
Julia Hamill hat allen Grund, sich zu beklagen. Vor einem halben Jahr hat ihr Mann sich von ihr scheiden lassen, jetzt muss sie von ihrer Schwester erfahren, dass er in Bälde schon wieder heiraten wird. Zudem hat sie sich von einer redegewandten Maklerin ein baufälliges Haus bei Boston aufschwatzen lassen, das schon über hundert Jahre auf dem Buckel hat. Und jetzt steht sie mit einer Pflanzschaufel im heruntergekommenen Garten ihres Besitzes und muss im Schweiße ihres Angesichts beim Umgraben gegen widerspenstige Steine kämpfen.
Aber es kommt noch schlimmer: Der Stein ist nämlich gar kein Stein. Und beim Umgraben des Gartens bekommt Hamill bald Unterstützung von den Forensikern der Polizei. Denn das, was sich ihren Schaufelhieben widersetzt, ist der Schädel einer Frau, die allerdings schon vor Baubeginn des Hauses ermordet wurde, und ihr Garten somit ein Friedhof. Als die Polizei wegen des Alters der Leiche das Interesse verliert, beginnt Hamill eigenständig zu ermitteln. Die Spur führt hin zu einem gefährlichen Frauenmörder, weit zurück in die Vergangenheit Bostons - und wieder zurück in die Gegenwart, in der plötzlich auch das Leben von Hamill selbst auf dem Spiel zu stehen droht.
Ich bin begeistert. Wenn ich auch sonst kein großer Fan hsitorischer Krimis bin, so war doch bei diesem der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ein gelungenes Experiment.
|

 |
"Das Nazareth-Gen" von Michael Cordy
Im Jahre 1968 machen sich Mitglieder der "Bruderschaft von der Wiederkunft Christi" auf den Weg zu einem geheimnisvollen Ort in der jordanischen Wüste. Ihr Ziel: eine uralte Felsformation, deren fünf Zacken die Finger einer Hand bilden. Dazwischen der Eingang einer Höhle, die vor zwei Jahrtausenden in den Fels gehauen wurde. Tief im Innern brennt eine ewige Flamme. 2000 Jahre lang brannte die Flamme orangerot, nun steht Chefbruder Ezekiel fassungslos davor. Die alten Prophezeiungen haben sich bewahrheitet: die Flamme ist strahlend weiß! Die Bruderschaft kennt die Bedeutung dieses Zeichens. Der Messias wandelt wieder auf Erden, nun muß er noch gefunden werden.
Schnitt. Stockholm im Jahre 2002, es ist die Nacht der Nobelpreisverleihung. Erhalten wird ihn der Amerikaner Tom Carter für seine bahnbrechenden Erfolge auf dem Gebiet der Genforschung. Bei ihm seine schöne Frau Olivia und Tochter Holly. Im Blitzlichtgewitter fallen plötzlich Schüsse. Sie gelten Tom, töten aber seine Frau. Carter lebt, der Killer kann unerkannt entkommen. Die Obduktion der Leiche Olivias ergibt, daß sie einen Gehirntumor hatte. Tom Carter ist alarmiert. Besitzt auch der letzte ihm nun verbliebene Mensch, seine Tochter Holly, dieses krebsauslösende Gen?
Sehr spannend,man muss aber natürlich die an den "Haaren-herbei-gezogenen" Geschichten akzeptieren, die diesen Wisesnschaftsthrillern so oft zu Grunde liegen.
|

 |
"Dem Tode nah" von Linwood Barclay
Der 17-jährige Derek ist aufgeregt. Heute fährt sein bester Freund, der Nachbarsjunge Adam Langley, mit seinen Eltern in Urlaub. Jetzt sitzt Derek in seinem Versteck im Langley’schen Keller und wartet darauf, mit seiner Freundin ein ungestörtes Schäferstündchen abhalten zu können. Aber dann kommt alles anders. Denn die Nachbarn kehren schon nach kurzer Zeit zurück. Und sie werden brutal erschossen.
Parallel zur Polizei nimmt Dereks Vater, ein verhinderter Maler, Ex-Chauffeur des örtlichen Bürgermeisters und jetzt Betreiber eines Gartenservices, die Ermittlungen auf - vor allem deshalb, weil sein Sohn in die Fänge der Ermittler gerät. Dann verschwindet ein Computer, der belastendes Material über einen angesehenen Universitätsprofessor und Bestseller-Autor enthält. Hat dieser seine Finger im Spiel? Oder wollten die Mörder vielleicht gar nicht zu den Langleys, sondern hatten sich einfach in der Tür geirrt? Ist also Dereks Leben und das seiner Familie in Gefahr?
Ich war ja ein großer Fan von "Ohne ein Wort". Dieses Buch hier hat mich nicht vom Hocker gehauen. Es plätschert dahin, nachdem der Anfang sehr spannend war.
|

 |
"Das andere Kind" von Robin Cook
Victor junior kommt mit stechend blauen Augen zur Welt, kalt wie Ei. Sein Vater, der Gentechnologe Dr. Victor Frank, und seine Mutter Marsha können ihr Glück kaum fassen: ein zweiter gesunder Junge, zwar von einer Leihmutter geboren, aber ihr Kind. Doch der Schein trügt. Zweifel über Zweifel rüteln an der dürren Fassade: Warum lehnt das Kind Gleichaltrige ab? Was treibt den Jungen ständig in das Labor des Vaters? Waum mussten ihr erster Sohn David und dessen Kindermädchen sterben? Der Horror beginnt, als Marsha erfährt, dass ihr Mann an seinem ungeborenen Sohn Genmanipulationen hat vornehmen lassen. Das Kind wird zu einer Bestie, zu einer Gefahr für die ganze Menschheit...
Das Buch hat seine Längen und könnte spannender sein. Es ist gut, aber man hat nicht das "Nicht-mehr-aus-der-Hand-legen-Gefühl."
|

 |
"Puppenvater" von Christiane Höhmann
In ihrem Ferienhaus an der Weser sucht die Bielefelder Hauptkommissarin Anne Schall Erholung und Ruhe. Aber gleich zu Beginn ihres Urlaubs macht sie eine merkwürdige Entdeckung. Unter einer Eisenbahnbrücke bei Vlotho findet sie ein höhlenartiges Versteck. Seinen Bewohner trifft sie nicht an, wohl aber eine lebensgroße Puppe. Als sie kurz darauf direkt in der Nähe ihres einsamen Ferienhauses im Wald die Leiche eines vierzehnjährigen Mädchens entdeckt, ist es vorbei mit der Urlaubsidylle.
Die zuständige Herforder Kripo beginnt mit den Ermittlungen am Tatort. Aber Anne Schall will so schnell wie
möglich ihr Ferienparadies wiederherstellen und ermittelt in eigenem Auftrag. Eine Spur führt nach Paderborn ...
Ich fand das Buch langweilig. Es ist als ob man einen "Tatort" liest, beschaulich ohne wirkliche Spannung. Außerdem fand ich die Sprache gewöhnungsbedürftig.
|

 |
"Ein einziger Blick" von Michelle Richmond
Während eines Spaziergangs am Strand verschwindet die sechsjährige Emma spurlos. Nur einen einzigen Augenblick lang hat Abby nicht auf sie geachtet - nun ist ihr Traum von einem glücklichen Leben mit Emma und deren Vater Jake zerstört. Wochenlang wird das Mädchen gesucht, dann nimmt die Polizei das Schlimmste an. Nur Abby glaubt unerschütterlich daran, dass Emma noch lebt. Dank dieser Hoffnung überwindet sie das drückende Gefühl der Schuld und die lähmende Angst des Verlusts. Sie macht sich auf die Suche, und allmählich kommt die Wahrheit über Emmas Verschwinden ans Licht.
Wieder mal ein Buch, das man eigentlich nicht lesen sollte, wenn man selbst Kinder hat. Der Alptraum, ein Augenblick, das Kind ist weg...
Es ist kein Krimi. Es beleuchtet schön die Beziehung zweier Menschen, die doch eigentlich heiraten wollten; davor...
|

 |
"Der Engelmacher" von Stefan Brijs
Wolfheim, gelegen im Dreiländereck, ganz in der Nähe von Aachen: Nach zwanzig Jahren Abwesenheit kehrt Dr. Victor Hoppe in seinen Geburtsort zurück. Misstrauen schlägt ihm entgegen. Die Dorfbewohner wundern sich vor allem über die drei Babys, die er dabei hat: Es sind offensichtlich Drillinge, die Jungen gleichen sich wie ein Ei dem anderen, und alle sind von einer Hasenscharte entstellt - eine Fehlbildung, die bereits Victor von seinem Vater geerbt hatte und die ihm seinerzeit das Leben schwer machte. Denn die Einheimischen sind abergläubisch. Auch jetzt machen Gerüchte die Runde. Und tatsächlich drängen sich Fragen auf: Wo ist die Mutter? Was will Victor nach all den Jahren in Wolfheim? Warum versteckt er die Kinder? Doch als der Doktor einem Jungen aus dem Dorf das Leben rettet, ändert sich die Lage dramatisch und seine Popularität steigt. Man beginnt sich mit ihm zu arrangieren, auch wenn er nach wie vor wunderlich erscheint. Man fasst sogar Zutrauen zu ihm. Bis die Kinderfrau der Drillinge, eine ehemalige Lehrerin aus dem Dorf, eines plötzlichen Todes stirbt ... »
Seit langem habe ich kein so spannendes Buch mehr gelesen. Es stimmt einen sehr nachdenklich in Bezug auf die Kirche und gibt einen düsteren Einblick darin, was eine verkorkste Kindheit aus einem Menschen machen kann.
|

 |
Astronaut Farmer
Astronaut Farmer scheint wie gemacht für das US-amerikanische Kino, dessen Industrie sich doch selbst als "Traumfabrik" betitelt. Die Geschichte klingt so romantisch wie berechenbar: Ein ehemaliger Astronautenanwärter, der seine Ausbildung nach dem Tod seines Vaters abbrach, um dessen Farm zu übernehmen, träumt noch immer davon, einmal in den Weltraum zu fliegen. Da man bei der NASA nichts mehr von ihm wissen will, beschließt er kurzerhand, auf seiner Farm eine Rakete zu bauen. Als er große Mengen Treibstoff bestellen will, ruft das die Bundesbehörden auf den Plan: Sie vermuten einen Terrorakt. Den Flugsicherheitsbehörden ist der Farmer ebenfalls nicht geheuer. Sie fürchten, dass der Einzelgänger sie blamiert, da er im Eigenbau etwas schafft, wofür die NASA Millionensummen ausgibt.
Charlie, so der Name des Eigenbrötlers, hat ein zweites Problem, denn der Bau der Rakete verschlingt sein ganzes Privatvermögen. Darunter leiden seine Frau und die drei Kinder. Doch die halten bis auf eine kurzzeitige Krise zu ihm, selbst als die Medien auflaufen, um den Alltag der Familie zu filmen. Als es danach aussieht, als würde Charlie auf ganzer Linie scheitern, steigt er in seine Rakete und baut einen aufsehenerregenden Unfall. Er will aufgeben, aber seine Familie motiviert ihn, die Rakete wieder aufzubauen.
Regisseur Michael Polish, der mit seinem Bruder Mark auch das Buch verfasste, kommt aus der Independent-Filmszene und versteht es folglich, das relativ geringe Budget dem Film nicht anmerken zu lassen. Er setzt voll und ganz auf die Familiengeschichte, die bis zum Schluss eng zusammen hält und das Projekt erfolgreich gegen alle Widerstände durchzieht. Es ist ein Familienfilm, wie alle Darsteller betonen und daher hat er mit Science-Fiction eigentlich nichts zu tun - die Tatsache, dass da jemand mit einer selbstgebauten Rakete die Erde mehrmals umrundet, hat eher etwas von einem Märchen.
Insgesamt ist diese Mischung aus Familiegeschichte und Selbstverwirklichung leider ziemlich banal - hätte Polish nicht eine ausgezeichnete Darstellerriege. Billy Bob Thornton macht seine Sache als sanfter, aber hartnäckiger Farmer hervorragend, Virginia Madsen als Ehefrau Audrey ebenso. Bruce Dern ist in der Rolle von Audreys Vater sehenswert, Bruce Willis in einem seiner unendlich vielen Cameo-Rollen gewohnt souverän.
So plätschert der Film dahin, die gesamte Handlung vorhersehbar, aber man schaut diesen Leuten ganz gerne zu und freut sich mit, wenn Farmer sein Happy End auch bekommt. Der Weltraum erscheint in seiner Größe als Metapher grenzenloser Freiheit, als Versinnbildlichung großer Träume, ganz so wie die Space-Nationen ihre Raumfahrtpioniertaten einst euphorisch vermarkteten. Amerika hat den Mut zum Träumen verloren, so die Botschaft. Aber die satirischen, bissigen Seitenhiebe auf die Gegenwart relativieren diesen leichten Hang zum Kitsch wieder. Ein Weltraumfilm, der eigentlich keiner seiner will und trotzdem besser ist, als viele "echte".
|

 |
Cloverfield
Der Horrorfilm nahm mit "Blair Witch Project" und dem japanischen Film "The Ring" Ende der 90er Jahre eine neue Richtung ein: Beide Filme verabschiedeten sich von den Blut- und Effekteorgien der Vorjahre. Sie erzählten minimalistisch ihre Geschichte von Geistergestalten, die sich an der Welt rächen - eine Hexe in dem einen Fall, ein übersinnlich begabtes Mädchen im anderen. Beide Werke lebten von Andeutungen und einer langsam aufgebauter Spannungsdramaturgie und veränderten das Genre nachhaltig bzw. fügten ihm lange vernachlässigte Elemente hinzu.
Mit "Cloverfield" kamen Produzent J.J. Abrams (Autor von "Lost", "Alias" und "Armageddon"), sein Autor Drew Goddard und Regisseur Matt Reeves auf die kuriose Idee, den Privataufnahme-mit-einer-Handkamera-Stil" vom "Blair Witch Project" mit klassischen Monsterfilmen, insbesonder Godzilla zu vermischen, und zusätzlich ein bißchen "Krieg der Welten". Zunächst gelingt ihnen das auch gut: Auf einer Überraschungsparty soll Rob Hawkins von seinen Freunden verabschiedet werden, da er beruflich nach Japan, also in das Land Godzillas, reist. Sein Bruder und dessen Freundin Lily kamen zuvor auf die Idee, auf der Party mit einer Videokamera einige Grußworte von Freunden für Rob aufzunehmen - dessen bester Freund Hud übernimmt diese Arbeit. Plötzlich rumpelt und wackelt alles, als gäbe es ein Erdbeben oder einen Terroranschlag. Die Partygäste laufen aus dem Gebäude, und die nun fast durchgehend wackelnde Kamera fängt ungutes, aber nichts genaues ein. Der Kopf der Freiheitsstatue rollt vorbei, von riesigen Klauen zerkratzt.
Ein Monster muss da wohl in New York wüten. Und weil Rob von seiner geliebten Beth einen Anrufe erhält, sie sei in ihrer Wohnung verletzt und eingeklemmt, verzichten er, Hud, Lily und Partygast Marlene auf die rettende Flucht und dringen tiefer in das inzwischen vom Militär besetzte Manhatten ein, um Beth zu retten. Das Militär führt Krieg gegen das Monster, dieses kontert, indem es spinnenartigen Wesen auf die Menschen loslässt. Die Rettungsaktion der Freunde und ihre anschließende Flucht sind dank der Nutzung der Handkameratechnik spannend inszeniert. Man sieht nicht mehr als die Protagonisten, auch wenn man sich bisweilen wundert, wie stur Hud auch in kritischen Situationen die Kamera noch draufhält.
Die ständigen Anspielungen auf den 11. September - das Einkrachen eines Wolkenkratzers, das umkippen eines Zwillingsturms, die Staubwolke in den Straßen - wirken angesichts der Konzentration auf die Monsterattacken allerdings etwas deplatziert. So genau weiß man nicht, was sie in dem Film zu suchen haben.
Der Film erreicht zudem nicht immer die intentierte verstörende Wirkung von "Blair Witch Project", einfach weil Reeves es am Ende doch nicht lassen kann, das Monster in Großaufnahme zu zeigen. Bis dahin sah man es nur andeutungsweise, mal ein Arm hier, mal ein Schatten, mal ganz schnell seine Fratze. Rückt es aber ganz ins Bild, verliert es seinen Schrecken, da es eher lustig aussieht, wie es da vor der Kamera postiert. Die Szene ist in seiner Bedeutung das große Manko für den Film, da Reeves mal die eher ironische Godzilla-Linie, mal die eher schauerliche "Blair Witch"-Linie einschlägt, sich aber nicht so recht entscheiden mag. Ganz am Ende entscheidet er sich wieder für "Blair Witch" und so gelingt es ihm doch noch, die pessimistische Grundstimmung zu retten.
Der dramaturgisch geschickte Griff, die Monsteraufnahmen abzuschließen und auf dem Filmband gespeichertes älteres Material aus fröhlichen Zeiten zu zeigen, rundet das Werk ab und hinterlässt viele offene Fragen. Und das ist gut angesichts der Tradition in der amerikanischen Filmindustrie, in Horrorfilmen eher zuviel erklären zu wollen. Kommt das Monster aus dem All? Aus dem Labor? Aus der Tiefsee oder dem Eis? Man weiß es nicht. Es ist da und zerstört ähnlich erbarmungslos die Welt wie die Aliens im "Krieg der Welten". Am Ende, so berichtet man im Internet, ertöne noch auf dem Videoband ein rückwärts verfremdetes "It's still alive" - das wäre ein passender Schluss für die vielen Rätsel, die der Film hinterlässt. Vermutlich ist es aber nur ein geschickter Zug, um in eine Fortsetzung einzuleiten.
|

 |
Lautlos im Weltraum
Douglas Trumbull hat selbst wenige Filme gedreht - meist war er für die Special Effects zuständig und in diesem Gebiet wurde er mehrfach ausgezeichnet. Fast alle Film, an denen er mitwirkte, wurden zu Klassikern: "2001", "Andromeda", "Unheimliche Begegnung der dritten Art", "Star Trek: Der Film", und "Blade Runner". "Lautlos im Weltraum" war 1971 seine erste von bisher erst zwei Regie-Arbeiten (Projekt Brainstorm folgte 1982) und beide waren kommerzielle Flops, wenn auch von der Kritik zumindest eine gewisse Anerkennung fanden.
"Lautlos im Weltraum" spielt in einem Raumschiff, das mit riesigen Gewächshäuser durch den Weltraum fliegt. Die Pflanzen und Bäume, die dort gezüchtet werden, sollen irgendwann wieder auf die von Atombomben verseuchte Erde zurück. Doch das Projekt ist aufwändig und teuer, und die Menschen haben sich an künstliche Nahrung gewöhnt. Insofern sind die Besatzungsmitglieder erleichert, als die Projektleitung entscheidet, das ganze Projekt abzublasen und die Gewächshäuser mit Atomsprengköpfen zu sprengen. Freeman Lowell, der die Pflanzen acht Jahre lang pflegte, allerdings kann die Entscheidung und die Reaktion seiner Kollegen nicht nachvollziehen. Ehe das vorletzte Gewächshaus gesprengt wird, tötet er seine Kollegen und flieht mit dem letzten Gewächshaus, in dem er eine technische Panne vortäuscht. Als ihn ein Rettungsschiff bergen will, lässt Lowell die letzten Pflanzen mit den Robotern wegfliegen und sprengt sich selbst mit der verbliebenen Bombe.
Der zutiefst technologie-skeptische Film beschreibt eher beiläufig, was aus der Welt geworden ist: die Menschen haben sich mit ihrem neuen Leben arrangiert und keine Sehnsucht mehr nach der Erhabenheit der Natur. Lowell ist ein romantischer Einzelgänger, der eine völlig technologisierte Welt nicht akzeptieren möchte. Doch sein Gegenkonzept geht nicht auf: Sein Garten Eden verschwindet im All, ausgerechnet Roboter sollen ihn retten. Die Aktion dient eher seinem Seelenfrieden kurz vor dem Selbstmord, als dass sie eine Gegenbewegung einleiten kann.
Dass der Film beim Publikum nicht ankam, liegt vor allem an der mangelnden Dramaturgie. Der Film beschreibt detailliert das idyllische Zusammenleben von Lowell mit den zu Gärtnern umprogrammierten Wartungsrobotern und der Pflanzen- und Tierwelt und überbrückt so einen großen Teil der Zeit, ohne inhaltlich weiterzukommen. Er bleibt weitgehend spannungsarm, da die Konflikte bereits früh klar sind und das zu erwartende Ende nicht mehr überrascht. Dank Ausstattung und guter Darsteller ist er dennoch interessant.
|
weitere Artikel >>>
|
 |
|
|  |
Und ich sah, dass das Lamm das erste der sieben Siegel auftat, und ich hörte eine der vier Gestalten sagen wie mit einer Donnerstimme:
Komm!
Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hatte einen Bogen, und ihm wurde eine Krone gegeben, und er zog aus sieghaft und um zu siegen.
Und als es das zweite Siegel auftat, hörte ich die zweite Gestalt sagen:
Komm!
Und es kam heraus ein zweites Pferd, das war feuerrot. Und dem, der darauf saß, wurde Macht gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen, dass sie sich untereinander umbrächten, und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.
Und als es das dritte Siegel auftat, hörte ich die dritte Gestalt sagen:
Komm!
Und ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd. Und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand.
Und ich hörte eine Stimme mitten unter den vier Gestalten sagen: Ein Maß Weizen für einen Silbergroschen und drei Maß Gerste für einen Silbergroschen; aber dem Öl und Wein tu keinen Schaden!
Und als es das vierte Siegel auftat, hörte ich die Stimme der vierten Gestalt sagen:
Komm!
Und ich sah, und siehe, ein fahles Pferd. Und der darauf saß, dessen Name war: Der Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten damit Schwert und Hunger und Pest und durch die wilden Tiere auf Erden.
aus: Offb 6,1-8
|