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  a Vela - das Kunstmagazin
09.09.2010

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"Leichenraub" von Tess Gerritsen
Julia Hamill hat allen Grund, sich zu beklagen. Vor einem halben Jahr hat ihr Mann sich von ihr scheiden lassen, jetzt muss sie von ihrer Schwester erfahren, dass er in Bälde schon wieder heiraten wird. Zudem hat sie sich von einer redegewandten Maklerin ein baufälliges Haus bei Boston aufschwatzen lassen, das schon über hundert Jahre auf dem Buckel hat. Und jetzt steht sie mit einer Pflanzschaufel im heruntergekommenen Garten ihres Besitzes und muss im Schweiße ihres Angesichts beim Umgraben gegen widerspenstige Steine kämpfen.

Aber es kommt noch schlimmer: Der Stein ist nämlich gar kein Stein. Und beim Umgraben des Gartens bekommt Hamill bald Unterstützung von den Forensikern der Polizei. Denn das, was sich ihren Schaufelhieben widersetzt, ist der Schädel einer Frau, die allerdings schon vor Baubeginn des Hauses ermordet wurde, und ihr Garten somit ein Friedhof. Als die Polizei wegen des Alters der Leiche das Interesse verliert, beginnt Hamill eigenständig zu ermitteln. Die Spur führt hin zu einem gefährlichen Frauenmörder, weit zurück in die Vergangenheit Bostons - und wieder zurück in die Gegenwart, in der plötzlich auch das Leben von Hamill selbst auf dem Spiel zu stehen droht.

Ich bin begeistert. Wenn ich auch sonst kein großer Fan hsitorischer Krimis bin, so war doch bei diesem der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ein gelungenes Experiment.





"Das Nazareth-Gen" von Michael Cordy
Im Jahre 1968 machen sich Mitglieder der "Bruderschaft von der Wiederkunft Christi" auf den Weg zu einem geheimnisvollen Ort in der jordanischen Wüste. Ihr Ziel: eine uralte Felsformation, deren fünf Zacken die Finger einer Hand bilden. Dazwischen der Eingang einer Höhle, die vor zwei Jahrtausenden in den Fels gehauen wurde. Tief im Innern brennt eine ewige Flamme. 2000 Jahre lang brannte die Flamme orangerot, nun steht Chefbruder Ezekiel fassungslos davor. Die alten Prophezeiungen haben sich bewahrheitet: die Flamme ist strahlend weiß! Die Bruderschaft kennt die Bedeutung dieses Zeichens. Der Messias wandelt wieder auf Erden, nun muß er noch gefunden werden.

Schnitt. Stockholm im Jahre 2002, es ist die Nacht der Nobelpreisverleihung. Erhalten wird ihn der Amerikaner Tom Carter für seine bahnbrechenden Erfolge auf dem Gebiet der Genforschung. Bei ihm seine schöne Frau Olivia und Tochter Holly. Im Blitzlichtgewitter fallen plötzlich Schüsse. Sie gelten Tom, töten aber seine Frau. Carter lebt, der Killer kann unerkannt entkommen. Die Obduktion der Leiche Olivias ergibt, daß sie einen Gehirntumor hatte. Tom Carter ist alarmiert. Besitzt auch der letzte ihm nun verbliebene Mensch, seine Tochter Holly, dieses krebsauslösende Gen?

Sehr spannend,man muss aber natürlich die an den "Haaren-herbei-gezogenen" Geschichten akzeptieren, die diesen Wisesnschaftsthrillern so oft zu Grunde liegen.





"Dem Tode nah" von Linwood Barclay
Der 17-jährige Derek ist aufgeregt. Heute fährt sein bester Freund, der Nachbarsjunge Adam Langley, mit seinen Eltern in Urlaub. Jetzt sitzt Derek in seinem Versteck im Langley’schen Keller und wartet darauf, mit seiner Freundin ein ungestörtes Schäferstündchen abhalten zu können. Aber dann kommt alles anders. Denn die Nachbarn kehren schon nach kurzer Zeit zurück. Und sie werden brutal erschossen.

Parallel zur Polizei nimmt Dereks Vater, ein verhinderter Maler, Ex-Chauffeur des örtlichen Bürgermeisters und jetzt Betreiber eines Gartenservices, die Ermittlungen auf - vor allem deshalb, weil sein Sohn in die Fänge der Ermittler gerät. Dann verschwindet ein Computer, der belastendes Material über einen angesehenen Universitätsprofessor und Bestseller-Autor enthält. Hat dieser seine Finger im Spiel? Oder wollten die Mörder vielleicht gar nicht zu den Langleys, sondern hatten sich einfach in der Tür geirrt? Ist also Dereks Leben und das seiner Familie in Gefahr?

Ich war ja ein großer Fan von "Ohne ein Wort". Dieses Buch hier hat mich nicht vom Hocker gehauen. Es plätschert dahin, nachdem der Anfang sehr spannend war.





"Das andere Kind" von Robin Cook
Victor junior kommt mit stechend blauen Augen zur Welt, kalt wie Ei. Sein Vater, der Gentechnologe Dr. Victor Frank, und seine Mutter Marsha können ihr Glück kaum fassen: ein zweiter gesunder Junge, zwar von einer Leihmutter geboren, aber ihr Kind. Doch der Schein trügt. Zweifel über Zweifel rüteln an der dürren Fassade: Warum lehnt das Kind Gleichaltrige ab? Was treibt den Jungen ständig in das Labor des Vaters? Waum mussten ihr erster Sohn David und dessen Kindermädchen sterben? Der Horror beginnt, als Marsha erfährt, dass ihr Mann an seinem ungeborenen Sohn Genmanipulationen hat vornehmen lassen. Das Kind wird zu einer Bestie, zu einer Gefahr für die ganze Menschheit...

Das Buch hat seine Längen und könnte spannender sein. Es ist gut, aber man hat nicht das "Nicht-mehr-aus-der-Hand-legen-Gefühl."





"Puppenvater" von Christiane Höhmann
In ihrem Ferienhaus an der Weser sucht die Bielefelder Hauptkommissarin Anne Schall Erholung und Ruhe. Aber gleich zu Beginn ihres Urlaubs macht sie eine merkwürdige Entdeckung. Unter einer Eisenbahnbrücke bei Vlotho findet sie ein höhlenartiges Versteck. Seinen Bewohner trifft sie nicht an, wohl aber eine lebensgroße Puppe. Als sie kurz darauf direkt in der Nähe ihres einsamen Ferienhauses im Wald die Leiche eines vierzehnjährigen Mädchens entdeckt, ist es vorbei mit der Urlaubsidylle.

Die zuständige Herforder Kripo beginnt mit den Ermittlungen am Tatort. Aber Anne Schall will so schnell wie möglich ihr Ferienparadies wiederherstellen und ermittelt in eigenem Auftrag. Eine Spur führt nach Paderborn ...

Ich fand das Buch langweilig. Es ist als ob man einen "Tatort" liest, beschaulich ohne wirkliche Spannung. Außerdem fand ich die Sprache gewöhnungsbedürftig.





"Ein einziger Blick" von Michelle Richmond
Während eines Spaziergangs am Strand verschwindet die sechsjährige Emma spurlos. Nur einen einzigen Augenblick lang hat Abby nicht auf sie geachtet - nun ist ihr Traum von einem glücklichen Leben mit Emma und deren Vater Jake zerstört. Wochenlang wird das Mädchen gesucht, dann nimmt die Polizei das Schlimmste an. Nur Abby glaubt unerschütterlich daran, dass Emma noch lebt. Dank dieser Hoffnung überwindet sie das drückende Gefühl der Schuld und die lähmende Angst des Verlusts. Sie macht sich auf die Suche, und allmählich kommt die Wahrheit über Emmas Verschwinden ans Licht.

Wieder mal ein Buch, das man eigentlich nicht lesen sollte, wenn man selbst Kinder hat. Der Alptraum, ein Augenblick, das Kind ist weg...

Es ist kein Krimi. Es beleuchtet schön die Beziehung zweier Menschen, die doch eigentlich heiraten wollten; davor...





"Der Engelmacher" von Stefan Brijs
Wolfheim, gelegen im Dreiländereck, ganz in der Nähe von Aachen: Nach zwanzig Jahren Abwesenheit kehrt Dr. Victor Hoppe in seinen Geburtsort zurück. Misstrauen schlägt ihm entgegen. Die Dorfbewohner wundern sich vor allem über die drei Babys, die er dabei hat: Es sind offensichtlich Drillinge, die Jungen gleichen sich wie ein Ei dem anderen, und alle sind von einer Hasenscharte entstellt - eine Fehlbildung, die bereits Victor von seinem Vater geerbt hatte und die ihm seinerzeit das Leben schwer machte. Denn die Einheimischen sind abergläubisch. Auch jetzt machen Gerüchte die Runde. Und tatsächlich drängen sich Fragen auf: Wo ist die Mutter? Was will Victor nach all den Jahren in Wolfheim? Warum versteckt er die Kinder? Doch als der Doktor einem Jungen aus dem Dorf das Leben rettet, ändert sich die Lage dramatisch und seine Popularität steigt. Man beginnt sich mit ihm zu arrangieren, auch wenn er nach wie vor wunderlich erscheint. Man fasst sogar Zutrauen zu ihm. Bis die Kinderfrau der Drillinge, eine ehemalige Lehrerin aus dem Dorf, eines plötzlichen Todes stirbt ... »

Seit langem habe ich kein so spannendes Buch mehr gelesen. Es stimmt einen sehr nachdenklich in Bezug auf die Kirche und gibt einen düsteren Einblick darin, was eine verkorkste Kindheit aus einem Menschen machen kann.





"Gesicht des Mörders" von Kevin Guilfoile
David Moore ist Chefarzt in einer Klinik für künstliche Befruchtung und menschliches Klonen zu Fortpflanzungszwecken. Eines Tages wird seine über alles geliebte Tochter brutal vergewaltigt und erstochen. Die Suche nach dem Mörder bleibt erfolglos, und so fasst Moore einen wahnwitzigen Entschluss, als er an das DNA-Material gelangt: Er will den Mörder klonen, um ihm auf die Spur zu kommen. Justin Finn ist als Dreijähriger wie jedes andere Kind, aber in einigen Jahren wird er das Gesicht des Mörders haben. Kann ein Dreijähriger eine Vergangenheit haben? Was ist Identität? Wo hat das Böse seinen Ursprung?

Ich bin im Moment auf dem "Gentechnik-Krimi-Trip." Dem Buch liegt eine spannende Idee zugrunde. Es ist gut, hat zwischendurch seine Längen und hat ein fulminantes Ende, das einem bitter aufstösst.





"Kinderspiel" von Sabine Klewe
Fast zeitgleich werden in Düsseldorf zwei Leichen gefunden. Anwaltsgattin Claudia Heinrich beging offensichtlich Selbstmord und Bierbrauer Andreas Schäfer hatte einen tragischen Arbeitsunfall. Nichts deutet darauf hin, dass es zwischen den beiden Vorfällen einen Zusammenhang geben könnte. Dann aber stirbt noch jemand. Und diesmal ist es eindeutig Mord. Haben die drei Todesfälle womöglich doch etwas miteinander zu tun? Ist es bloß ein Zufall, dass alle drei Opfer erstickt sind oder treibt in Düsseldorf ein wahnsinniger Serienmörder sein Unwesen? Amateurdetektivin Katrin Sandmann begibt sich wieder auf Spurensuche, und ihre Ermittlungen führen sie zurück in das Jahr 1977 und zu einem grauenvollen Verbrechen, das nie gesühnt wurde...

Das Buch wird allgemein sehr gelobt, mir hat es nicht gefallen. Ich kam nie richtig in ein Lesevergnügen. Es hat sich hingezogen bis zum Schluss. Es war, als würde man einen beschaulichen "Tatort" lesen.





"Das Syndikat der Spinne" von Andreas Franz
An einem heißen Juniwochenende werden in einer Frankfurter Wohnung die unbekleideten Leichen von Andreas Wiesner und der Edelprostituierten Irina gefunden. Offenbar hat Wiesner erst seine Geliebte und dann sich selbst durch Kopfschuss umgebracht. Doch Kommissarin Julia Durant zweifelt an dieser Version des Tathergangs. Sie nimmt die Ermittlungen auf und gerät bald in den Dschungel des organisierten Verbrechens.

Ein Roman, der durch genaue Recherche und Nervenkitzel besticht - erschreckend in seiner Authentizität! Es ist das 5. Buch der Julia Durant Reihe. Die Reihenfolge ist:


1. Jung, blond, tot
2. Das achte Opfer
3. Letale Dosis
4. Der Jäger
5. Das Syndikat der Spinne
6. Kaltes Blut
7. Das Verlies
8. Teuflische Versprechen
9. Tödliches Lachen

Ich bin mehr ein Fan der Peter Brandt Reihe. Trotzdem ist das Buch gut, man bekommt interessante Einblicke in das organisierte Verbrechen in Deutschland. Manchmal etwas lang, aber durchweg empfehlenswert.





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